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19/02/2018| Krebsvorsorge kann Leben retten

Die Zahl der Krebserkrankungen steigt stetig. Jeder vierte Todesfall in Österreich ist bereits durch Krebs verursacht. Im Jahr 2000 lebten in Österreich rund 190.000 Menschen mit Krebs, Ende 2015 waren es laut Statistik Austria bereits etwa 340.000. Im Jahr 2030 werden wahrscheinlich knapp 460.000 Menschen an Krebs erkrankt sein, so die Prognosen der Statistik Austria. Auch wenn die moderne Medizin im Kampf gegen Krebs immer mehr Erfolge erzielt, bleibt ein Faktor für den Behandlungserfolg entscheidend - die Vorsorge. Denn je früher Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Rechtzeitig erkannt sind manche Krebsarten vollständig heilbar, zum Beispiel Hautkrebs. Neun von zehn österreichischen Hautkrebs-Patienten werden wieder gesund. Bei Hautkrebs ist auch die Vorsorge am einfachsten, regelmäßige Checks beim Hautarzt genügen. Vor allem Menschen mit Risikofaktoren wie zum Beispiel heller Hauttyp, häufige Sonnenbrände oder viele Muttermale sollten sich zumindest einmal pro Jahr von einem Hautarzt untersuchen lassen.

Sehr gute Heilungschancen bei rechtzeitiger Diagnose bestehen auch bei Darmkrebs. Wird der Tumor frühzeitig entdeckt, liegt die Heilungsrate bei 90 Prozent. Darmkrebs entwickelt sich in der Regel über viele Jahre hinweg aus zunächst harmlosen Polypen. Da das Krebsrisiko generell mit dem Alter zunimmt, wird in Österreich bei der Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr alle zehn Jahre eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen. In Österreich wird seit Jahren ein flächendeckendes Projekt zur Darmkrebs-Vorsorge bzw. zur Früherkennung gefordert, es mangelt aber an der Umsetzung.

Anders ist die Situation bei Brustkrebs, der häufigsten Krebsart bei Frauen. Im Jahr 2014 wurde das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, auch Mammografie-Screening genannt, gestartet. Im Rahmen dieses Programms werden alle Frauen zwischen 45 und 69 Jahren alle zwei Jahre zu einer Früherkennungs-Mammografie eingeladen. Die Teilnahme ist freiwillig, wird aber von Experten dringend empfohlen. Denn neueste Studienergebnisse aus Tirol deuten auf einen Erfolg des Programms hin. Tirol war in Österreich einer der Vorreiter beim Mammografie-Screening. Dort wurde bereits 2007 damit begonnen. Eine Studie der Universität Innsbruck konnte zeigen, dass das in Tirol etablierte Programm die Häufigkeit der Feststellung von größeren Tumoren um 28 Prozent reduziert. Frauen sollten sich aber nicht allein auf die Mammografie verlassen, sondern regelmäßig selbst die Brust abtasten und bei Veränderungen zum Arzt gehen.

Wesentlich seltener ist Gebärmutterhalskrebs. Durch die Einführung des Krebsabstriches bei den gynäkologischen Routineuntersuchungen werden bereits die Krebsvorstufen erkannt und können operativ entfernt werden. In diesen Fällen bestehen Heilungschancen von fast 100 Prozent.

Grundsätzlich gilt, dass mit fortschreitendem Lebensalter auch die Wahrscheinlichkeit steigt, an Krebs zu erkranken. Deshalb werden mit steigendem Alter auch die Vorsorgeuntersuchungen immer wichtiger.

 

Bild Credit: APA (dpa)

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